Mal wieder ist die Miete für die gemeinsame Wohnung fällig. Wie gewohnt überweist Julian seiner Freundin Marie seinen Anteil und Marie sendet den gesamten Betrag an den Vermieter. Am Tag darauf geht das Paar einkaufen. Julian zahlt, Marie gibt ihm die Hälfte zurück.

Im täglichen Zusammenleben gibt es für Paare oder Wohngemeinschaften viele gemeinsame Kosten. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten: Wer hat was gezahlt? Wer muss wem noch wie viel Geld zurückgeben?

So funktioniert ein Gemeinschaftskonto

Für Eheleute, zusammenlebende Paare und Mitbewohner, die gemeinsame Ausgaben haben, ist ein sogenanntes Gemeinschafts- oder Partnerkonto sinnvoll. Damit gemeint ist ein Girokonto, auf das zwei (manchmal auch mehr) Personen zugreifen können. Da für gewöhnlich jede der involvierten Personen bereits ein eigenes Girokonto besitzt, empfiehlt es sich, das Gemeinschaftskonto als neues Konto einzurichten. Darauf überweisen dann alle Parteien ganz einfach regelmäßig einen festen Betrag, der für die gemeinsamen Lebenshaltungskosten genutzt werden kann.

Gemeinschaftskonten gibt es als sogenanntes „Oder-Konto“ und als „Und-Konto“. In den meisten Konstellationen fällt die Wahl auf ersteres. Bei einem „Oder-Konto“ haben alle Kontoinhaber unabhängig voneinander freie Verfügung über das gemeinsame Geld. Sie können also den Einkauf bezahlen, eine Rechnung begleichen oder einen Dauerauftrag einrichten.

Beim „Und-Konto“ können die Kontoinhaber nur auf das Guthaben zugreifen, wenn alle anderen zustimmen.

Das ist zum Beispiel üblich bei Vereinen oder Erbengemeinschaften, wenn verhindert werden soll, dass eine Partei zulasten der anderen das Konto abräumt.

Ein Gemeinschaftskonto eröffnen

Wenn Sie ein Gemeinschaftskonto eröffnen möchten, sollten Sie gemeinsam mit allen künftigen Kontoinhabern zur nächstgelegenen Sparkassen-Filiale gehen. Unsere Beraterinnen und Berater werden Ihnen dann die Kontomodelle vorstellen, die sich für ein Gemeinschaftskonto anbieten. Als nächstes füllen Sie einen Eröffnungsantrag aus. Dazu müssen Sie Ihren Personalausweis vorlegen. Sollten Sie eine eingeräumte Kontoüberziehung (Dispo) benötigen, braucht Ihre Sparkasse zudem die Einkommensnachweise aller Kontoinhaber.

Nachdem Ihr Antrag geprüft wurde, bekommen Sie Ihre neue Kontonummer und alle wichtigen Zugangsdaten und PINs. Außerdem erhalten Sie jeweils eine Sparkassen-Card(Debitkarte).

Übrigens: Für die Eröffnung eines Gemeinschaftskontos müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein.

Das gemeinsame Girokonto nutzen

Um ihr gemeinsames Konto zu nutzen, erhalten Sie neben Ihrer Girokarte (Debitkarte) auch einen Zugang zum Online- und Mobile Banking. Wenn es gewünscht ist, können beide Kontoinhaber außerdem eine Kreditkarte bekommen. Mit einem Gemeinschaftskonto der Sparkasse können Sie sich ganz einfach an rund 25.000 Geldautomaten in ganz Deutschland Bargeld auszahlen lassen. *

5 häufige Fragen zum Gemeinschaftskonto

1. Wer haftet beim Gemeinschaftskonto?

Grundsätzlich gilt: Sowohl das Guthaben als auch die Schulden auf einem Gemeinschaftskonto gehören beiden Kontoinhabern. Bei einer Überziehung des Kontos haften deshalb beide gleichermaßen. Überzieht eine der Parteien das Konto immens, ohne dass der andere davon wusste oder damit rechnen konnte, gilt diese Regelung nicht.

2. Wie löse ich ein Gemeinschaftskonto auf?

Wie auch ein Einzelkonto können Sie ein Gemeinschaftskonto ganz einfach bei Ihrer Sparkasse kündigen. Dazu brauchen Sie jedoch das Einverständnis und die Unterschrift aller Kontoinhaber.

Sollten Sie ein gemeinsames Konto auflösen, denken Sie daran, Ihrem Arbeitgeber, dem Stromanbieter oder anderen Vertragspartnern Ihre neue Kontonummer mitzuteilen.

Übrigens: Hebt ein Partner kurz vor der Trennung noch schnell etwas vom gemeinsamen Konto ab, gilt Folgendes: Da jedem Kontoinhaber die Hälfte des Guthabens gehört, steht ihnen bei einer Trennung genau dieser Teil zu. Hebt ein Partner mehr ab, muss er das, was darüber hinausgeht, an den Ex-Partner zurückzahlen.

3. Was passiert, wenn ein Kontoinhaber stirbt?

Im Todesfall eines Kontoinhabers gilt der Grundsatz: Der rechtmäßige Erbe tritt an die Stelle des Verstorbenen. Das bedeutet, dass er alle Rechte und Pflichten, die mit der Nutzung des Kontos einhergehen, übernimmt. Dem Erben steht also die Hälfte des Geldes zu, das sich auf dem Gemeinschaftskonto befindet. Ebenso müsste er für die Hälfte etwaiger Ausstände aufkommen.

Dies ist der Regelfall. Ausnahmen gibt es lediglich, wenn die ursprünglichen Kontoinhaber eine andere Abmachung getätigt und diese schriftlich festgehalten haben.

4. Auf welchen Namen läuft das gemeinsame Konto?

Ein Gemeinschaftskonto lautet auf den Namen beider Eheleute, Partner oder Mitbewohner. Wird ein Einzelkonto zu einem Gemeinschaftskonto umgewandelt, wird der zusätzliche Name mit aufgenommen.

5. Was kostet ein Gemeinschaftskonto bei der Sparkasse?

Das kommt ganz darauf an, für welches Kontomodell Sie sich entscheiden. Hier haben wir unsere verfügbaren Girokontomodelle für Sie vorgestellt.

* Bei einzelnen Sparkassen können für die Kontoverbuchung der Bargeldauszahlung Entgelte anfallen. Einzelheiten erfahren Sie bei Ihrer Sparkasse.