In Deutschland ist die beliebteste Bezahlmethode immer noch das Bargeld. Etwas mehr als 50 Prozent der Deutschen benutzen am liebsten Scheine und Münzen. Und: Mit Bargeld zu bezahlen ist mit durchschnittlich 22 Sekunden immer noch die schnellste Möglichkeit.

Dennoch nutzt ein großer Teil der Deutschen die Sparkassen-Karte zum Bezahlen, auch wenn es ein paar Sekunden länger dauert. Beim Bezahlen mit der Karte gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann entweder die Karte in das Lesegerät schieben und gibt anschließend seine PIN ein – oder man bezahlt kontaktlos. Dabei hält man seine Karte einfach an das Lesegerät. Beim „kontaktlosen Bezahlen“ muss man keine PIN eingeben, wenn der Betrag unter 25 Euro bleibt. Hier gibt es dazu mehr Informationen.

In den seltensten Fällen benutzen die Deutschen zur Bezahlung das eigene Smartphone. Dabei ist auch das ganz einfach. Wenn man ein Android-Smartphone besitzt, kann man sich die App „Mobiles Bezahlen“ kostenfrei herunterladen. Mit ein paar Klicks lädt man seine Karte digital auf sein Smartphone. Beim nächsten Einkauf hält man sein Smartphone einfach ans Terminal des Geschäfts und schon hat man kontaktlos seine Rechnung beglichen.

Durch die Nutzung der Karte gibt es viele Möglichkeiten bargeldlos zu bezahlen. Dennoch lieben die Deutschen das Bargeld. Wagt man nun einmal einen Blick raus aus Deutschland, wird deutlich, dass nicht überall das Bargeld an erster Stelle steht.

Wie bezahlt man in anderen Ländern?

In Dänemark spielt das Bargeld im Alltag kaum noch eine Rolle. Schon kleinste Beträge werden mit der Karte gezahlt. Das funktioniert nahezu überall, egal ob am kleinen Hotdog-Stand um die Ecke oder bei der Kollekte in der Kirche.
Rund 85 Prozent der Dänen besitzen die „Dankort“, das ist die nationale Debitkarte. Wer die Karte nicht nutzt, bezahlt seinen Einkauf einfach mit dem Smartphone über eine Bezahl-App. Allein 2016 haben sich rund 3 Millionen Dänen  die Bezahl-App „Mobile Pay“ heruntergeladen. Die Zahl beeindruckt, da in Dänemark nur rund 5,8 Millionen Menschen leben. Das Prinzip hinter „Mobile Pay“ ist simpel: Betrag eingeben, QR-Code scannen, fertig.

Ähnliches ist in Schweden zu beobachten. Schweden hat sich das Ziel gesetzt,  bis 2030 komplett bargeldlos zu sein. Um das Ziel zu erreichen, benutzen die Schweden neben der Debitkarte häufig die App „Swish“ zum Bezahlen. Die App wurde gemeinsam von den sechs größten schwedischen Banken entwickelt. Jeder, der ein Konto bei einer schwedischen Bank hat, kann diese App nutzen. So können sich die App-Nutzer ganz einfach Geld senden und benötigen dafür weder eine IBAN noch eine TAN. Ganz ähnlich funktioniert das übrigens mit Kwitt – integriert in die Sparkassen-App.

Natürlich bildet das technisch stark fortgeschrittene Land China beim bargeldlosen Bezahlen keine Ausnahme. Die zwei größten Internetkonzerne Alibaba und Tencent haben jeweils eine Bezahl-App entwickelt. „Alipay“ und „WeChat-Pay“ machen 80 Prozent der mobilen Bezahlung in China aus. Beide Apps unterscheiden sich kaum in ihrer Funktionsweise. Das Bezahlen funktioniert wie bei der dänischen Mobile Pay-App. Auch hier wird einfach ein QR-Code gescannt und so der Betrag beglichen.

Die Tendenz, bargeldlos zu bezahlen, ist in anderen Ländern also deutlich größer als in Deutschland.

Diese Entwicklung stellt allerdings viele Rentner vor eine Herausforderung, da sie entweder kein Smartphone besitzen oder sich mit der neuen Technik schlicht und ergreifend nicht auskennen oder beschäftigen wollen. Zudem ist es vielen Menschen schon unter Datenschutzgesichtspunkten angenehmer, mit Bargeld zu bezahlen. Manche haben die Befürchtung, dass sie bei Kartennutzung oder mobilem Bezahlen „ausspioniert“ werden bzw. ihre Daten zu unlauteren Zwecken benutzt werden könnten.

In der jüngeren Generation ist in Zeiten von Social-Media und Instant-Messaging-Diensten, die Angst vor Datenmissbrauch deutlich geringer. Sie sind generell offener gegenüber neuen Zahlungsmethoden und probieren neue Wege gerne aus.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Bezahlen in Deutschland in Zukunft entwickelt. Eines jedoch scheint sicher: in Deutschland wird das Bargeld so schnell nicht verschwinden.