Vorweg mal ein paar Zahlen zur Einordnung: Im ersten Halbjahr 2018 wurden in Deutschland rund 31.100 falsche Banknoten von der Deutschen Bundesbank aus dem Verkehr gezogen. Das entspricht einem Rückgang von 6,2 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017. Doch was tun, wenn Ihnen doch mal Falschgeld unterkommt?

Sie haben Falschgeld erhalten

Wenn Sie Falschgeld erhalten haben, wenden Sie sich so schnell es geht an die Polizei. Diese zieht die Blüten ein und somit aus dem Verkehr. Auch, wenn Sie lediglich den Verdacht haben, falsches Geld erhalten zu haben, sollten Sie dies bei der Polizei melden. Anschließend ist es wichtig, die mutmaßlich falschen Scheine von Ihrer Sparkasse oder Bank überprüfen zu lassen. Ist sich das Kreditinstitut nicht sicher, landet das Geld bei der Deutschen Bundesbank und wird dort auf Echtheit überprüft. Wenn das Geld echt ist, bekommen Sie den Geldwert erstattet – Falschgeld wird nicht ersetzt.

Achtung: Wer Falschgeld enttarnt und es trotzdem weiter- bzw. zurückgibt, muss mit juristischen Folgen rechnen. Denn neben der Herstellung ist auch die Verbreitung von falschen Scheinen und Münzen weltweit unrechtmäßig. Bis zu 100.000 Euro Strafe sind möglich.

Schützen Sie sich vor Falschgeld

Um gar nicht erst in den Besitz von Falschgeld zu kommen, ist es wichtig, das Geld vor Annahme zu überprüfen. Es gibt verschiedene Sicherheitsmerkmale, die Sie mit dem Prinzip Fühlen-Sehen-Kippen kontrollieren können – auch ohne technische Hilfsmittel.

Und so geht’s:

Ihr Tastsinn ist gefragt

Euro-Scheine sind aus Baumwolle und haben deshalb eine gewisse Griffigkeit. Sie sind weich, biegsam und reißen nicht so leicht wie Papier. Fälschungen sind häufig dünner und glatter als echtes Geld.

Außerdem gibt es auf Euro-Scheinen verschiedene Bereiche, die leicht erhaben sind. Zum Beispiel die neun Abkürzungen für die Europäische Zentralbank (wie BCE, ECB, EZB …) und auch die kurzen Linien rechts neben dem silbernen Hologramm-Streifen. Nehmen Sie sich einen Schein und fühlen Sie mal.

Schauen Sie genau hin

Halten Sie einen Euro-Schein gegen das Licht. Das sollten Sie sehen:

  1. Auf der linken Seite erscheint der Kopf der mythologischen Figur Europa. Schräg rechts darüber erkennen Sie die Wertzahl des Scheins – also beispielsweise eine fünf bei einem Fünf-Euro-Schein. Dieses Wasserzeichen ist auch auf der Rückseite erkennbar.
  2. Gegen das Licht ist auch der sogenannte Sicherheitsfaden zu sehen. Er verläuft mittig von oben nach unten. Wenn Sie genau hinschauen, erkennen Sie in kleiner Schrift das Euro-Symbol und die Wertzahl.
  3. Auf beiden Seiten des Scheins befindet sich eine Mikroschrift. Unter einer Lupe ist das Wort „Euro“ in verschiedenen Sprachen zu erkennen.


Und jetzt: bewegen!

Einige Sicherheitsmerkmale können Sie überprüfen, wenn Sie einen Schein im Licht bewegen.

  1. Die Wertzahl auf der Vorderseite ist eine sogenannte Smaragdzahl. Sie glänzt und ändert die Farbe von einem leuchtenden Grün zu einem tiefen Blau, wenn Sie den Schein kippen.
  2. Ebenfalls auf der Vorderseite: Ein silberner Streifen mit verschiedenen Hologrammen. Halten Sie den Schein gegen das Licht, schimmert er. Sie können dann das Euro-Symbol und die Wertzahl des Scheines erkennen. Auf der Rückseite ist an der gleichen Stelle ein leichter Glanzstreifen zu finden.
  3. Scheine der Europa-Serie haben (ab einen Wert von 20 Euro) auf dem Silberstreifen zusätzlich das Hologramm eines Fensters. Hält man den Schein gegen das Licht, wird es durchsichtig und das Porträt von Europa kommt zum Vorschein.