Angelika Schneidmüller
STECKBRIEF:

Name: Angelika Schneidmüller

Alter: 24

Ort: Recklinghausen

Job: Sparkassen-Trainee für regionale und zentrale Firmenkundenbetreuung

Eigene Beschreibung: Finanzansprechpartnerin für regionale und zentrale Firmenkunden

 

Angelika, was bedeutet es, einen Trainee in der Sparkasse zu machen?

Das Trainee-Programm ist wie eine zweite, interne Ausbildung, die über 18 Monate läuft und in der man alle relevanten Abteilungen durchläuft, die mit dem jeweiligen Trainee-Fachgebiet zu tun haben. Bei mir ist das zum Beispiel das Fachgebiet der Firmenkundenbetreuung. Man fängt erst ganz klein an, beispielsweise im Assistenzbereich, und geht dann Abteilung für Abteilung weiter.

 

Um was genau geht es in der Abteilung der Firmenkundenbetreuung?

In unserer Abteilung kümmern wir uns um sämtliche Geschäfts-, Gewerbe- und Firmenkunden. Wenn zum Beispiel jemand ein Start-Up gründen möchte oder schon eine Firma hat und eine Veränderung oder größere Neuanschaffung vornehmen will oder sich anderweitig weiterentwickeln will, helfen wir bei allen Fragen rund um die Finanzierung. Wir beraten unsere Firmen zu ihren verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, zu Kreditmodellen und Laufzeiten, aber auch zu öffentlichen Fördermitteln, die unsere Kunden je nach Branche eventuell zusätzlich beantragen könnten. Häufig werden neben den geschäftlichen auch alle persönlichen Finanzen der jeweiligen Privatpersonen hinter den Firmen mit uns besprochen und abgeklärt.

 

Was hast du vor dem Trainee gemacht?

Mein Werdegang fing zunächst mit einer regulären Ausbildung bei der Sparkasse an, nach der ich in eine feste Anstellung als Assistentin im Firmenkundengeschäft übernommen wurde. Da habe ich quasi schon das kleine Einmaleins meines jetzigen Jobs erlernt und konnte deshalb jetzt zu Beginn meines Trainees einen kleinen Teil davon überspringen. Schon während der ersten Ausbildung hatte ich mich für ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium bei der FOM im Bereich ‚International Management‘ entschieden. Dafür war ich über die vergangenen Jahre jeden Freitag und Samstag in der Uni. Das Bachelor-Studium habe ich vor kurzem abgeschlossen und mache nun direkt mit dem Master-Studium weiter.

 

Wusstest du schon genau wo du hinwolltest, als du die Ausbildung angefangen hast?

Ich war schon immer sehr zielorientiert, wobei sich mein Ziel mit der Zeit verändert hat. Man ist ja mit 18 noch sehr sehr jung und hat teilweise auch Angst die falsche Wahl zu treffen. Heute weiß ich aber, dass meine Angst unberechtigt war. Ich konnte mir zwar direkt vorstellen bei der Bank zu arbeiten, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Facetten und Spezialisierungsrichtungen gibt, in die man sich von der Grundausbildung aus weiter entwickeln kann. Da hat sich bei mir zwischendurch immer wieder etwas getan und selbst heute komme ich noch immer an neue Punkte, an denen ich mich entscheiden kann, in welche Richtung ich weiter gehen werde.

 

Welche Fähigkeiten, die du nicht in deiner Ausbildung erlangt hast, haben dir trotzdem auf der Arbeit geholfen? Menschliche Dinge vielleicht, die man nicht direkt lernen kann?

Meine Kommunikationsfähigkeit, würde ich sagen. Ich gehe sehr gerne mit Menschen um, das ist hier je nach Sparte besonders wichtig. Und dann hat mir sicher auch geholfen, dass ich auch Ehrgeiz gezeigt habe, wenn es nötig war. Besonders als ich während der Ausbildung angefangen habe zu studieren war das wichtig.

 

Ist das Studium nach der Ausbildung eine feste Voraussetzung um weiter zu kommen?

Nein, das war keine zwingende Bedingung für meine Weiterentwicklung hier. Man kann nach der Ausbildung auch ohne Studium in extrem viele Richtungen weitergehen. Es gibt so viele andere Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel interne Weiterbildungen an der Sparkassenakademie oder Zertifikatsstudiengänge wie den ‚Kreditanalyst‘ in Frankfurt. Da ist die Sparkasse wirklich flexibel.

 

Was waren deine Highlights?

Im Rahmen eines neuen Projektes für junge Mitarbeiter, durfte ich für 4 Wochen in eine beliebige Wunschabteilung der Sparkassengruppe hineinschnuppern. Weil ich neugierig war, habe ich mir damals für einen externen anstatt internen Bereich entschieden und habe die Tochtergesellschaft ‚S-International‘ in Essen ausgewählt. So durfte ich einen Monat lang beim Auslandsgeschäft der Sparkasse zusehen, was schon extrem spannend war.

 

Ein weiteres Highlight war dann noch die ‚Belohnung‘ für meine Abschlussnote ‚Sehr gut‘. Dafür habe ich ein Stipendium von der IHK bekommen und mit zusätzlicher Unterstützung der Sparkasse einen Auslandskurs in San Francisco gemacht, für den ich extra freigestellt wurde. Ich habe dort einen Sprachkurs als Vorbereitung für den TOEFL Test gemacht, den ich wiederum für meinen Master in ‚Business Administration‘ gebraucht hätte. Wobei ich allerdings jetzt doch noch einmal umentschieden habe und nun den Master in Wirtschaftspsychologie mache. Das ist zum Beispiel auch wieder so eine Situation, in der ich mich anders als gedacht entwickelt habe. Und die Sparkasse hat mir diesbezüglich den nötigen Freiraum in der Entscheidung gelassen.

 

Was ist bisher das Beste oder Aufregendste, das du dir nach deinem Einstieg in das Berufsleben erlaubt hast?

Das war auf jeden Fall der Aufenthalt in San Francisco. Das war für mich persönlich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen sozusagen! Und allgemein bin ich sehr zufrieden, weil ich das gute Gefühl habe, nichts verpasst zu haben. Im Gegenteil. Dadurch, dass ich die Ausbildung gemacht habe, habe ich einfach viele Dinge gleichzeitig machen dürfen. Ich war von Anfang an bei allem dabei und stand direkt mit beiden Beinen im Berufsleben. Und dazu konnte ich trotzdem studieren!