Christoph Tigges

STECKBRIEF:

Name: Christoph Tigges

Alter: 28

Ort: Recklinghausen

Hobbies: Freiwillige Feuerwehr, Fitness-Studio, Fußball mit Kumpels

Bei der Sparkasse seit: 2010

Wie lautet dein offizieller Jobtitel und was sind deine Aufgaben?

Ich bin Sachbearbeiter in der Firmenkreditabteilung, das heißt ich bin in der ‚Marktfolge‘ bei uns beschäftigt. Wir unterteilen unsere Aufgabengebiete in ‚Markt‘ und ‚Marktfolge‘, wobei die Arbeit im Markt die klassische Kundenberatung im Beratungscenter bedeutet, während ich in der ‚Marktfolge‘ alle dem ‚Markt‘ nachgelagerten Aufgaben bearbeite. Ich bearbeite sozusagen im ‚Backoffice‘ die Dinge, die von unseren Beratern im Beratungscenter kommen. So gehören für mich vor allem Prüftätigkeiten zu meiner täglichen Arbeit. Dabei kontrolliere ich zum Beispiel, ob sich der jeweilige Kundenberater an alle Vorgaben gehalten hat oder ob er den Kredit erhalten darf.

Du bist in der Marktfolge für den Firmenkreditbereich zuständig. Was wäre da ein Beispiel?

Ja genau ich betreue unseren Firmenkundensektor. Wenn sich zum Beispiel eine Kundin oder ein Kunde eine neue Maschine oder Fahrzeug für seine Firma anschaffen will und eine Finanzierung braucht, verläuft der Fall so: Der Sparkassenberater bespricht im Beratungscenter alles mit dem Kunden vor und berät ihn zu einem passenden Kredit. Im Anschluss an das Beratungsgespräch formuliert der Berater das Vorhaben des Kunden in Form eines Kreditantrages konkret aus. Das heißt, er trägt alle Infos, Zahlen und Analysen zur Firma zusammen und gibt eine Bewertung der Sachlage ab. Ein sogenanntes ‚Votum‘. Dieser Antrag mit dem Votum landet dann bei mir und ich überprüfe, ob darin alles plausibel ist, bevor ich ein zweites Votum abgebe. Ich überprüfe beispielsweise, was die Konditionen sind und ob der Kunde sich das Vorhaben tatsächlich leisten kann. Dafür werte ich die mir vorgelegten Zahlen der Firma aus und bilde mir mein Urteil. In meinem Teil der Abteilung landen  die sogenannten risikorelevanten Kreditanträge. Hierbei geht es dann um Kredite in Höhe von mehreren hunderttausend Euro – oft auch in Millionenhöhe.

Du arbeitest also weniger mit Kunden?

Ich habe tatsächlich überhaupt keinen Kundenverkehr. Dafür kommuniziere ich viel mit meinen Kollegen, wie den Kundenberatern oder Mitarbeitern aus anderen internen Abteilungen. Ansonsten sind meine Aufgaben analytischer Natur.

Wenn dir früher jemand gesagt hätte, wo du einmal landen würdest, hättest du das geglaubt oder wusstest du schon genau, was du wolltest?

Ich wusste eigentlich noch gar nicht, was ich machen wollte damals. Ich hatte 2009 mein Abi gemacht und dann zuerst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Mit der groben Idee, etwas Kaufmännisches zu machen, hatte ich danach ein paar Bewerbungen in verschiedene Richtungen geschrieben, wobei unter anderem die Sparkasse Recklinghausen dabei war. Das lag irgendwie nahe, weil ich einerseits selbst aus Recklinghausen komme und andererseits aus Familiengesprächen schon einiges gehört hatte, denn meine Tante arbeitet ebenfalls bei der Sparkasse. Nach dem Einstellungstest und dem Vorstellungsgespräch bin ich noch am selben Tag angerufen worden und habe den Job direkt bekommen.

Was dachtest du ganz am Anfang, als du mit der Ausbildung angefangen hast?

Also ich habe eigentlich alles auf mich zukommen lassen. Es gab zu Beginn der Ausbildung erst einmal eine Einführungswoche, da habe ich alle anderen Azubis kennengelernt und wurde zunächst auf die ganzen Abläufe vorbereitet. Außerdem hat es uns als Azubis direkt zusammengeschweißt: So sind wir zum Beispiel einen Nachmittag unter uns Auszubildenden alle nach Bochum zum Klettern gefahren und waren von Anfang an ein Team.

Wann hast du gewusst – das ist der Job, den ich machen will? Gab es da einen besonderen Punkt?

Das hat sich bei mir alles entwickelt. Man durchläuft ja ganz verschiedene Bereiche, zum Beispiel die Privatkredit- oder die Firmenkreditabteilung. Und man kriegt Einblicke in verschiedene interne Abteilungen. Ich habe früh gemerkt, dass der Firmenkundenbereich echt etwas für mich ist. Auch wenn ich natürlich, wie alle, zunächst im Privatkundenbereich angelernt wurde. Von da aus entwickelte sich alles über Fortbildungen und Studium nach und nach immer weiter.

 Was hast du gemacht?

Ich hätte intern den Fachwirt oder den Betriebswirt machen können. Aber da ich ja schon vor der Ausbildung kurz mit dem Gedanken gespielt hatte zu studieren, war das Thema Studium präsenter für mich. Deswegen habe ich mich 2013 nach der Ausbildung im September direkt für das Bachelorstudium in BWL an der FOM angemeldet. Das wurde von der Sparkasse teilweise finanziell unterstützt.

Was  würdest du Schülern raten? Was ist deiner Meinung nach wichtig, wenn man in der Sparkasse arbeiten möchte? Was braucht man?

Nun, man braucht schon ein gewisses Grundinteresse an Zahlen, Daten und Fakten, würde ich sagen. Aber noch wichtiger ist es, sich darüber im Klaren zu sein, dass man viel mit Menschen zu tun hat. Während der Ausbildung, aber auch danach. Und man sollte einen gewissen Dienstleistungsgedanken haben. Sodass man den Nutzen des Kunden im Auge behält. Und speziell heutzutage, gehört im Hinblick auf die Digitalisierung natürlich auch eine bestimmte technische Affinität dazu.

Inwiefern?

Zur Zeit ist alles stark im Wandel. Das betrifft auch uns in der Sparkasse. Es gibt ja heute nicht nur uns Banken sondern auch sogenannte ‚FinTech‘ Unternehmen, wie zum Beispiel PayPal. Die arbeiten nicht mit einer Filialstruktur wie wir, sondern realisieren Finanzdienstleistungen computergestützt. Wir als Sparkasse gehen da mit und investieren in neue Technologien!

Was hast du abgesehen von deiner Professionalität von deinem Job bisher mitgenommen? Charakterliche Dinge zum Beispiel?

Die Zeit im Markt hat mich auf jeden Fall geprägt,  was Kommunikation mit Menschen angeht. Und auch, was den erwähnten Dienstleistungsgedanken angeht. Das prägt auch außerhalb der Arbeit deinen Umgang mit anderen.

Gibt es Highlights in deiner Ausbildung, an die du dich noch erinnerst?

Ja, auf jeden Fall. 2012, zum Beispiel, haben wir mit einem kleinen Azubi-Team an einem Sparkassen übergreifenden Vertriebswettbewerb zur Mastercard teilgenommen und uns ausgedacht, ein Werbe-Video zur Mastercard zu machen. Dafür haben wir ein Budget zur Verfügung gestellt bekommen, ein eineinhalb minütiges Video im Maritimo-Bad in Oer-Erkenschwick gedreht und dieses auf Facebook und unserer eigenen Homepage veröffentlicht. Wir sind damit fünfter oder sechster des Wettbewerbs geworden, von über 60 teilnehmenden Sparkassen. Unser Vorstand war daraufhin so begeistert, dass er uns als Belohnung ein Wochenende in London spendiert hat. Das war auf jeden Fall alles super spannend. Aber auch die regulären Azubi-Ausflüge, die wir einmal im Jahr machen und die ebenfalls vom Vorstand finanziell unterstützt werden, waren immer super. Die haben natürlich auch die Ausbildung versüßt und uns als Team weiter gestärkt.

Worauf freust du dich morgens am meisten?

Auf mein Team eben, weil ich wirklich mit allen sehr gut klar komme. Aber natürlich freue ich mich auch ganz normal auf den Feierabend und das Wochenende. =)

Das heißt, Teamarbeit wird groß geschrieben?

Ja, definitiv! Man sollte auf jeden Fall teamfähig sein, wenn man hier anfangen möchte.