Jessica Seuchter

STECKBRIEF:

Name: Jessica Seuchter

Alter: 24

Job: Individualkundenberater

Ort: Herten

Jessica, was machst du als Individualkundenberaterin?

Als Individualkundenberaterin betreue ich Privatkunden, die wirtschaftlich gut aufgestellt sind. Daneben bin ich zur Zeit noch als Projektleitungsassistenz in einem Vertriebsprojekt unseres Hauses tätig. Solche Projekte gibt es immer laufend, sie dienen zur strategischen Optimierung unserer Sparkassenarbeit. Durch die Mitarbeit in diesem Projekt kann ich, neben meinen Aufgaben als Kundenberaterin, somit noch ganz andere Arbeitserfahrungen sammeln: Ich lerne zum Beispiel wie ein Projekt geleitet wird, was hinter der Kundenbetreuung steckt und wie eine Bank strategisch ertragreich arbeiten kann.

Was sind die Arbeiten, die zu deinem tagtäglichen Job gehören?

In meinem Tagesgeschäft berate ich Privatkunden der Sparkasse zu Themen wie Vermögensaufbau und Vermögensoptimierung, eröffne Girokonten oder berate zu Absicherung und Risiken. Meine Filiale Herten-Süd ist angehängt an das Beratungscenter Herten Mitte, das heißt ich mache die Kundenberatung direkt hier vor Ort und unterstütze zusätzlich die Kollegen im Service, wenn z.B. am Automaten etwas schief läuft oder Ähnliches. 

War für dich schon ganz klar, in welche Richtung du gehst, als du die Ausbildung angefangen hast?

Ich habe meine Ausbildung 2013 begonnen und dadurch, dass ich vorher in der 12. Klasse bereits ein Praktikum in der Bank gemacht hatte, war mir direkt klar, dass ich das machen will. Das Praktikum erwies sich als total spannend und ich konnte schon damals absehen, dass der Beruf vielseitig sein würde. Ich weiß eigentlich in den Gesprächen, die ich jeden Tag führe, vorher nie, was sich genau ergeben wird und was mich genau mit welchem Anliegen erwartet. Das macht die Sache abwechslungsreich.

Ist das mit dem Praktikum der klassische Weg oder wie bewirbt man sich in der Sparkasse?

Ich weiß nicht, ob es der klassische Weg ist, aber es ist auf jeden Fall ein super Weg, um zu starten. Wenn man selbst schon merkt, dass man Interesse an Wirtschaft, Börsengeschäften oder auch an den Hintergründen der eigenen Konten hat, dann ist das eigentlich schon ein erstes Anzeichen dafür, dass man sich im Bankgeschäft wohlfühlen könnte. Und richtig feststellen, kann man das eben am besten in einem Praktikum vor Ort. Zudem gibt es bei uns viele Entwicklungsmöglichkeiten in verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen.

Ansonsten ist aber die Sparkasse auch immer auf Schülermessen unterwegs – ich meine die letzte war zum Beispiel in Gelsenkirchen – wo man sich über die verschiedenen Berufe bei uns informieren kann. Das ist natürlich auch ein super Weg, um sich zu informieren und festzustellen, ob das was für einen ist.

Was meinst du, worauf es ankommt, wenn man eine Bewerbung an euch abschickt. Oder macht es da nicht tatsächlich einen weitaus besseren Eindruck, wenn man das Praktikum schon bei euch gemacht hat?

Nein, definitiv nicht. Man ist, auch wenn man kein Praktikum gemacht hat, komplett gleichgestellt. Der Bewerbungsprozess verläuft absolut neutral und jeder hat die gleichen Chancen. Es gibt viele, die kein Praktikum vorher gemacht haben und trotzdem eingestellt wurden.

Wie läuft denn so ein Prozess genau ab?

Zuerst schreibt man natürlich die Bewerbung selbst. Wenn sie uns gefällt, melden wir uns zurück und man wird eingeladen, einen Einstellungstest zu machen. Das nennt man Assessmentcenter. Da werden zum Beispiel kleine Ratespiele und schriftliche Aufgaben zum logischen Denken, zu Mathematik und Rechtschreibung und zu den allgemeinen kognitiven Fähigkeiten abgefragt.

Im nächsten Schritt folgt dann das Bewerbungsgespräch, bei dem es am Anfang erst einmal ein Gespräch im Plenum zum wirtschaftlichen Interesse und dem eigenen Hintergrund gibt. Danach wird manchmal noch ein Mini-Verkaufsgespräch simuliert, mit zum Beispiel einer Anweisung wie „Verkaufe mir jetzt diesen Tennisschläger“. Danach gibt es dann noch einmal Einzelgespräche mit den Kandidaten zur persönlichen Motivation etc., bevor dann am Ende intern entschieden wird.

Was hat dich damals am meisten gereizt? Oder was reizt dich vielleicht auch heute noch an deinem Job?

Mich hat gereizt, dass man einen Eindruck bekommt von der „Geld-Wirtschaft“ und vom Unternehmen selbst, aber auch, dass man durch die Arbeit hier anfängt, viel mehr von der Welt um sich herum zu verstehen. Die gesellschaftlichen Zusammenhänge, mit denen man tagtäglich ganz direkt zu tun hat, fand ich von Anfang an spannend. Mich hat schon immer interessiert: Woher kommt das Geld eigentlich? Wie funktioniert alles zusammen in unserer Welt? Außerdem hatte ich schon immer Spaß daran, mit Menschen zu arbeiten, was ich ja in Kundengesprächen hier jeden Tag tue.

Hat dir die Ausbildung auch privat bisher etwas gebracht? Also, inwiefern hat sie dich vielleicht geprägt, seitdem du angefangen hast?

Auf jeden Fall. Man wird eigentlich jeden Tag sicherer und souveräner als Mensch, indem man einfach selbst mit so vielen Menschen zu tun hat. Man muss tagtäglich mit Menschen telefonieren, erklärt ihnen Dinge und tritt ihnen auch mal auf die Füße und sagt: „So geht das nicht“. Dafür braucht man schon ein gewisses Selbstvertrauen, das man sich mit der Zeit automatisch aneignet. Gerade darauf wird auch während der Ausbildung stark Wert gelegt, dazu haben wir sehr viele Trainings in denen wir genau geschult werden. So lernt man auch, immer einen kühlen Kopf zu behalten und eine gewisse Stressresistenz, die sicher in allen Lebenslagen nützlich ist.

Stichwort Alltag: Worauf freust du dich morgens im Büro am meisten?

Am meisten freue ich mich auf meine Kollegen aber eben auch darauf, dass man nie weiß, was der Tag bringen wird. Es gibt viele Vorgaben, an denen man gemessen wird und die man einhalten muss und jeder Tag ist wie eine Überraschung, sodass man nie vorher weiß, wie man auf welche Situation reagieren wird. Das ist spannend. Dadurch lernt man übrigens auch, sich eigene Ziele zu setzen und diese einzuhalten, ohne sich dabei Druck zu machen.

Was ist für dich das Besondere an deinem Job? Denkst du manchmal du hättest besser studieren sollen?

Na, im Prinzip kann ich ja auch hier studieren, wenn ich das möchte. Dabei würde ich sogar noch von der Sparkasse gefördert. Das sind natürlich meist rein wirtschaftliche Studiengänge, aber man hat gleichzeitig seinen festen Job und kann sich trotzdem noch weiterbilden.

Was ist bisher das Schönste oder Aufregendste, das du dir durch den Job erlauben konntest?

Ein Wunsch, den ich mir erfüllt habe, seitdem ich hier arbeite, ist, dass ich mir ein schönes Auto gekauft habe. Das habe ich mir komplett selbst erspart, was vom Gehalt her definitiv möglich ist.