Lisa Kucharzewski
STECKBRIEF:

Name: Lisa Kucharzewski

Alter: 25

Job: Beraterin Kredit-Consulting

Ort: Recklinghausen

Darauf freue ich mich morgens am meisten:
Ganz klar: auf die abwechslungsreiche Arbeit mit den Kunden und auf das Team.

 Zuerst kurz die Frage: Was genau heißt es, im Kredit-Consulting zu arbeiten?
Im Kreditconsulting unterstützen wir vor allem Kunden, denen es derzeit wirtschaftlich nicht so gut geht. Wir nennen das auch ‚krisenbehaftete Engagements‘, also Unternehmen in finanzieller oder strategischer Schieflage.

Wie kann man den Job beschreiben?
Es um eine sehr intensive Zusammenarbeit mit den Kunden und um die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die Sparkasse ergreift gemeinsam mit dem Kunden und wenn notwendig externen Beratern strategische und finanzielle Maßnahmen zur Gesundung des Unternehmens, sodass es möglichst schnell wieder fest auf zwei Beinen stehen kann und für die Zukunft aufgestellt ist. Die Basis zur Ergreifung von finanziellen Maßnahmen ist eine Analyse der wirtschaftlichen Verhältnisse. Dies machen wir um die Krisenursachen, das Krisenstadium festzustellen und entsprechende Maßnahmen zu planen.

Welche Maßnahmen wären das, beziehungsweise, was tust du selbst ganz konkret in deinem Alltag?
Es gibt zahlreiche Maßnahmen. Eine Finanzspritze, oder auch die Erleichterung der Tilgung von bestehenden Krediten sind Möglichkeiten. Meine Aufgabe besteht ganz konkret darin, die mir zugeordneten Kunden wieder für die Zukunft fit zu machen. Ich erledige für verschiedene Kunden Sachbearbeitungstätigkeiten, Detailarbeit in Sachen Analyse und ich biete den Kunden eine enge Betreuung mit finanzieller Hilfestellung. Häufig spreche ich zum Beispiel auch mit den Unternehmensberatern und Steuerberatern meiner Kunden, um einen gemeinsamen Weg festzulegen. Ich habe regelmäßige Gesprächstermine mit meinen Kunden und beschäftige ich mich neben Analysen und Auswertungen, mit dem täglichen Kreditgeschäft unter der Einhaltung von Vorschriften.

Wie bist du zu diesem speziellen Berufsbild gekommen?
Ich habe zuerst ganz klassisch mein Abitur gemacht und bin 2016 nach meiner Ausbildung übernommen worden. Relativ schnell habe ich eine Stelle als Trainee in der Firmenkundenbetreuung gestartet. Dieses Traineeprogramm habe ich etwas verkürzt um eine Stelle im Kreditconsulting anzutreten. Aktuell bin dort seit 5 Monaten beschäftigt, bilde mich stetig fort und steigere nach und nach meine eigene Kundenanzahl. Für die theoretische Ausbildung besuche ich verschiedene interne und externe Seminare, z.B. das Seminar zur Sanierungsspezialistin. Außerdem studiere ich berufsbegleitend seit 2016 an der FOM-Hochschule das Fach ‚Business Administration‘, also ganz klassisch BWL.

Wusstest du von Anfang an genau wo du hinwolltest, als du die Ausbildung begonnen hast?
Bei mir gab es zu Anfang zwei Möglichkeiten: Entweder ich übernehme den Familienbetrieb oder ich mache eine kaufmännische Ausbildung. Ich wusste dann während der Ausbildung schon sehr früh relativ genau, dass ich in Richtung Firmenkundengeschäft möchte. Einerseits, weil ich in einer Unternehmerfirma groß geworden bin, aber auch, weil das Firmenkundengeschäft inhaltlich sehr breit gefächert ist: Hinter jedem Unternehmen stehen Privatkunden und jedes Unternehmen ist anders aufgestellt als die meisten anderen. Ich finde darin sehr viel Abwechslung und lerne neben dem Kreditgeschäft andere Strategien und andere Unternehmenswerte kennen. Außerdem merke ich immer wieder, wie hinter vielen Unternehmen oft auch unglaubliche Menschen stecken, mit teilweise ganz eigenen Erfolgsstorys … oder eben auch Misserfolgen.

Stichwort Fähigkeiten: Welche Fähigkeiten hast du selbst als Mensch in die Ausbildung schon mitgebracht?
Also ich glaube, dass bereits vor der Ausbildung ich ein sehr offener Mensch war, der Spaß am Umgang mit Menschen hatte. Zudem hat mir meine Disziplin und Auffassungsgabe geholfen. Ich denke, dass, wenn man ‚Biss‘ mitbringt, man hier echt durchstarten kann. Das hat sich für mich so herauskristallisiert.

Wie meinst du durchstarten?
Na, man hat einfach sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Als Sparkasse sind wir ein großes Unternehmen, mit ganz eigener Betriebswirtschaft, einem eigenem Marketing und vor allem viel Spezialwissen in den einzelnen Abteilungen, sodass man sehr viel lernen kann und einem als Mitarbeiter viele Wege offenstehen. Wir haben zum Beispiel neben der eigentlichen Sparkassenarbeit eine extra Immobilienabteilung und ein Versicherungscenter, was andere Sparkassen vielleicht aufgrund ihrer Größenordnung nicht haben. Wir gehören zu einer der größeren Sparkassen in Deutschland und bieten deswegen recht viele Möglichkeiten hinsichtlich der beruflichen Entwicklung.

Und umgekehrt: Gibt es vielleicht Dinge, die du durch deine Ausbildung mitgenommen hast und die dir auch außerhalb des Jobs viel bringen?
Ich habe auf jeden Fall analytische Stärken entwickelt, die ich vorher nicht hatte. Ich konnte beispielsweise vorher nicht so tief in eine Sache einsteigen und das habe ich besonders während des Trainees noch einmal gelernt. Dies erleichtert mir z.B. die Arbeit bei meinem Studium. Zudem habe ich gelernt mir relativ zügig einen Überblick über verschiedenen Situationen zu verschaffen und in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Außerdem habe ich sicherlich meine Sozialkompetenz noch einmal besonders gesteigert.

Stichwort Kleiderordnung: Wie würdest du am liebsten einmal zur Arbeit kommen, wenn du dürftest?
Ich persönlich bin eigentlich total zufrieden, denn die Kleiderordnung hat sich mittlerweile schon verändert. Bei Frauen, zum Beispiel, heißt sie aus meiner Sicht nur noch ‚chic‘. Man kann auch einfach im ‚Casual-Friday-Style‘ kommen, mit Stoffhose, Blazer und Bluse. Anzug und Kostüm sind zwar nach wie vor möglich, aber sie sind eben keine Vorschrift mehr. Wobei es natürlich je nach Kundenbegegnung trotzdem noch manchmal wichtig ist, einen Anzug oder ein Kostüm zu tragen. Für Männer wurde vor kurzem sogar die Krawattenpflicht abgeschafft. Daran sieht man, dass auch gesellschaftlich immer weiter ein Umdenken stattfindet.

Was ist das nächste große Projekt, auf das du dich momentan freust?
Um etwas die Welt zu erkunden, sparen wir auf eine große Amerikareise! Wir wollen unbedingt drei Wochen in die USA, einen Roadtrip machen!