Wer schon einmal eine Sitzung der UNO in New York verfolgt hat, dem wird sicherlich schon aufgefallen sein, dass hier, neben gewissen Förmlichkeiten, auch der englische Sprachgebrauch ein ganz anderer ist, als der, der in deutschen Schulen vermittelt wird. 

Die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit sind hierbei die Kernthemen. Doch, bei 193 Nationen, die der UN angehören, kann man sich denken, dass es nicht einfach ist, auf einen Nenner zu kommen. Um dennoch eine gewisse Ordnung in die Sitzungen der UNO zu bringen, gibt es genaue Vorgaben, die den Ablauf einer solchen Sitzung regeln.

Das von der Westfälischen Hochschule und der Sparkasse Vest Recklinghausen entwickelte Projekt „Model United Nations in Classroom“ (MUNIC) hilft, in Form eines Planspiels, diese Vorgänge Schülern näher zu bringen. Mit der Unterstützung der Sparkasse Vest wird dieses Projekt nun von den Studenten der Hochschulen auch an die weiterführenden Schulen gebracht.

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Das Hittorf Gymnasium und das Gymnasium Petrinum sind hierbei die ersten Schulen, die an diesem Projekt teilnehmen. Begleitet von Studenten der Westfälischen Hochschule, lernen die Schüler aber eben nicht nur etwas über die Arbeitsabläufe der UNO. Denn, die Erweiterung englischer Sprachkenntnisse sind ein weiterer wichtiger Baustein dieses spannenden Projektes. In einem ersten Treffen mit Schülern aus drei Jahrgangsstufen der beiden Gymnasien, gab die Studentin Lisa Weiß erste Einblicke in die Arbeitsweise der UNO. Sie selbst war schon Teilnehmerin des weltgrößten Planspiels, welches in jedem Jahr bei der UNO in New York stattfindet. In den einzelnen Modulen wird den Schülern die hochkomplizierte Arbeit der UNO Vertreter aufgezeigt. Hier ist Diplomatie und der richtige Sprachgebrauch eine fundamental wichtige Fähigkeit. Wie baue ich meine Rede auf, wenn mir nur ein festgesetzter Zeitraum bleibt, diese vorzutragen? Mit welchen Wörtern erziele ich welche Wirkung beim Zuhörer? Besonders spannend bei diesem Projekt ist, dass sich die Schüler in die Denkweise einer ihnen zugeteilten Nation hineinversetzen müssen. Welche Position würde eine Nation wie etwas Afrika zum Thema Menschenrechte einnehmen?

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Für die Schüler ergibt sich also eine Reise der besonderen Art, die vermutlich mehr Einblicke in die Denkweiser anderer Nationen gewährt, als jede Pauschalreise bieten kann. Und dabei werden auch noch die englischen Sprachfähigkeiten auf ein, im wahrsten Sinne des Wortes, internationales Niveau angehoben. Wie sich die Schüler den einzelnen Themen nähern, wie sie sich in die ihnen zugeteilten Rollen einfinden und welche Themen sie in „ihre“ UNO Vollversammlung einbringen wollen, das wird sich am Ende des Projektes zeigen. Denn, dann geht es in den großen Sitzungssaal des Kreishauses, wo die Schüler alle gemachten Erfahrungen der vorausgegangenen Wochen in „ihre“ ganz eigene Vollversammlung einfließen lassen können.