Kinder- und Jugendtheater arbeiten am „Puls der Zeit“ – sie produzieren für ein Publikum, das wie kein anderes zukunftsorientiert ist, weil es Fragen an die Gesellschaft stellt, die seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und -chancen betreffen. Die Macher von Kinder- und Jugendtheater greifen diese Fragen auf. Sie erreichen erfolgreich ein sehr heterogenes Publikum, das eine breite Altersspanne umfasst und viele Sprachen spricht – und über eine Vielzahl von Kanälen mit seiner Umwelt in Verbindung steht. Dabei arbeiten sie oft mit knappen Ressourcen und schaffen trotzdem außergewöhnliche Ästhetiken, neue Zugangswege und überraschende Formen. Und Kinder- und Jugendtheater arbeiten mit ihrem Publikum, stehen in engem Kontakt mit ihm und sind so Orte der Teilhabe, an denen man vom Zuschauer zum Teilnehmer werden und sich ausprobieren kann, oder zum Mitsprechenden über die Themen, die man zuvor auf der Bühne verhandelt gesehen hat.

In diesem Sinne sind Kinder- und Jugendtheater Horte der Demokratie, in denen Unterschiedlichkeit erfahren, Dialog und Austausch geübt und Toleranz gelernt werden können. Im besten Sinne sind sie wesentlicher Bestandteil einer demokratischen Öffentlichkeit. Gerade weil sie auch Orte sind, an denen man Spaß haben und lustvoll in andere Welten eintauchen kann; die eigene Welt dabei vergessend. Das ist vielleicht sogar ihr wichtigster Aspekt. Arbeiten des Kinder- und Jugendtheaters gehören daher ins Zentrum der Ruhrfestspiele, die der Wunsch antreibt, Festspiele für alle zu sein. Sie fügen ihnen eine Perspektive hinzu: die nach der Zukunftsfähigkeit unseres gesellschaftlichen Handelns. Die Ruhrfestspiele machen sie darum zu einer eigenen, zentralen Säule in ihrem Spielplan und weiten ihr Vermittlungsangebot im Rahmen der Theaterpädagogik aus.

Mitmachen – bei den Ruhrfestspielen

Die Ruhrfestspiele möchten auch unter neuer Leitung an die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kindergärten, Jugendgruppen, Schulklassen, Kursen und Seminaren der Region anknüpfen und sie erweitern. Zur Unterstützung von Alois Banneyer wird während der Festspiele die erfahrene Theaterpädagogin Franziska Rieckhoff das Team um theaterpraktische Angebote unterstützen. Außerdem steht Dramaturgin Monika Gies-Hasmann als Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Kinder- und Jugendprogramm zur Verfügung. Folgende Angebote sind geplant:

Vor- und Nachbereitungen

Mitarbeiter*innen der Ruhrfestspiele treffen interessierte Kindergärtner*innen / Lehrer*innen / Gruppenleiter-*innen im Vorfeld und bereiten mit der jeweiligen Gruppe oder Klassen den Theaterbesuch vor. Möglich ist auch erst der Besuch der Aufführung und eine theaterpraktische Nachbereitung im Anschluss. Zu einzelnen Veranstaltungen bieten die Kolleg*innen der Theaterpädagogik und/oder Dramaturgie auch Publikumsgespräche an. Entsprechende Angebote werden im Spielplan ausgewiesen. Gerne können Interessierte aber auch darüber hinaus Angebote zu weiteren Produktionen des Spielplans anfragen und wir überlegen gemeinsam, was möglich und sinnvoll ist.

Materialmappen

Die Theaterpädagogik stellt auf Wunsch und nach Möglichkeit gern Informationsmaterial zu einzelnen Produktionen der Festspiele zur Verfügung.

Programminformationen

Die Kolleg*innen der Theaterpädagogik und/oder Dramaturgie informieren Interessierte gern über das Programm der Ruhrfestspiele, z.B. im Rahmen von Fachkonferenzen, stellen die Angebote und Stücke der Festspiel-Saison 2019 vor und beantworten Fragen.

Workshops & Club

Noch schöner als vor der Bühne zu sitzen, ist es vielleicht auf der Bühne zu stehen. Die Ruhrfestspiele bieten allen Interessierten in diesem Jahr an, selbst theaterpraktisch aktiv zu werden.

Für Jugendliche:
Workshop: Erste Schritte auf der Bühne, ab 14 Jahren Vom großen Auftritt und gewagten Bühnenkampf, vom gekonnten Stolpern bis zum plumpen Tanz – hier können Interessiere mit Theaterpädagogin Franziska Rieckhoff ausprobieren, wie es ist, auf der Bühne zu stehen.

Theaterclub: Ein leerer Raum, ab 10 Jahren
Von der ersten Probe zum fertigen Stück mit Lampenfiebergarantie – während der Festspielzeit trifft sich der Theaterclub der Ruhrfestspiele zweimal in der Woche und entwickelt ausgehend von Peter Brooks Konzept vom „leeren Raum“ eine Inszenierung, die am Ende der Festspielzeit präsentiert wird.

Für Lehrer*innen und Erzieher*innen:
Workshop: Theater machen, aber wie?
An zwei Tagen führt Franziska Rieckhoff in die Grundlagen theaterpädagogischer Methoden ein – und probiert sie natürlich mit den Teilnehmer*innen zusammen aus.

Nähere Informationen und Termine zu diesen Angeboten ab. 30. Januar 2019 unter: www.ruhrfestspiele.de

Kartenkauf
Das Team der Kartenstelle unterstützt Kindergärtner*innen / Lehrer*innen / Gruppenleiter-*innen bei der Kartenbuchung. Die Ruhrfestspiele bieten für Schulklassen und Gruppen einen Einheitspreis von 6,50 € auf allen Plätzen an (regulär 8,50 €). Sicher ist bei einigen Kindern das Geld auch bei diesem moderaten Preis knapp. Wir meinen: Teilhabe an Theater und Bildung darf nicht am Geld scheitern und bitten um Kontaktaufnahme über die Theaterpädagogik. Wir finden zusammen eine Lösung!

Ansprechpartner*innen:
Franziska Rieckhoff, Theaterpädagogin / Monika Gies-Hasmann, Dramaturgin / Alois Banneyer, Projektkoordinator // Tel +49 2361 918-394; E-Mail theaterpaedagogik@ruhrfestspiele.de