Recklinghausen. Sie haben sich bei acht Vorrunden im gesamten Vest die Finger wund gespielt, haben ihr Publikum zum Tanzen und Headbangen gebracht – und mit ganz viel Spaß an der Sache die Besten gewinnen lassen. Mehr als 30 Bands aus Recklinghausen und Umgebung haben seit August um die Wette gespielt. Am 1. Mai liefern sich die Finalisten des Sparkassen-Clubraums ein Kopf-an-Kopf-Rocken „auf dem Hügel“ im Rahmen des Kulturvolksfestes der Ruhrfestspiele.

Nach so vielen Monaten mit großartigen Lokalkonzerten lohnt sich ein langer Blick zurück: Beim Dattelner Kanalfest im August überzeugten die eigenwilligen Newcomer Bescheuat beim Sparkassen-Clubraum-Contest mit Anarcho-Punk und wilder Bühnenpräsenz. Einen Monat später im Recklinghäuser Jugendzentrum Südpol trugen die Voodoo Cowboys den Sieg davon, die ganz genau wissen, wie man das Publikum mit Rock’n’Roll zum Tanzen bringt. Im Oktober in Dorsten überzeugten die Deutschrocker von El Mobileh Jury und Publikum. Sie orientieren sich an großen Vorbildern des deutschsprachigen Punkrocks und verfeinern ihre Songs mit eigener Note.

Im November in Marl trugen die sympathischen Rocker von Turtle Beach den Sieg davon, was auch an der langjährigen Banderfahrung liegen mag, die die vier Jungs aus Castrop-Rauxel verbindet. Der deutschsprachige Gute-Laune-Punkrock von The Juicy Dolls riss die Zuhörer Mitte Januar in Oer-Erkenschwick am meisten mit, während zwei Wochen später in Castrop-Rauxel die Band Arbeitstiere den Sieg davontrugen – mit Hilfe von frischem Alternative-Rock mit deutschen Texten. So weit, so rockig – die Genrewende kam beim Hertener Contest im Jugendzentrum Nord, in dem die sympathischen Rapper von Tizzle and Friends mit zackigen Texten und Bodenhaftung den Contest für sich entscheiden konnten. Die letzte Vorrunde in Recklinghausen gewannen schließlich Mower mit einer mutigen Mischung aus fetten, entschleunigten Riffs und dynamischen Rhythmen nach Vorbild großer Stoner-Bands wie Queens of the Stone Age.

Nun kommt es also zum Kampf der Allstars. Alle Gewinner treten mit ihren jeweils ganz eigenen Waffen zum Showdown an. Ihre Arena könnte kaum einen größeren Rahmen haben – bei dem beliebten Recklinghäuser Event zum 1. Mai auf dem Hügel vor dem Ruhrfestspielhaus erscheinen traditionell kaum zählbare Besuchermassen. Das Gelände ist offen und frei zugänglich, los geht es um 13 Uhr, Schluss soll um 19 Uhr sein, durch das Finale führen Sophia und Sebastian von der Sparkasse Vest Recklinghausen.

Da müssen die Siegerbands schon einiges an Geschützen auffahren, um das Publikum von sich zu überzeugen, Lokalbonus und Heimvorteil spielen hier keine Rolle mehr. Zudem haben sie nur 20 Minuten Bühnenzeit, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und der muss sitzen, schließlich wird der Abgangsapplaus mit einem Applausometer gemessen. Dessen Ergebnisse werden große Aussagekraft haben, wenn die anwesende Jury sich nach dem Programm zurückzieht, um den Finalsieger zu bestimmen. Der bekommt übrigens nicht nur Glanz und Gloria, sondern eine einmalige Gelegenheit: Einen Auftritt als Vorband beim Abschlusskonzert der Ruhrfestspiele. Somit treten die Gewinner vor der Neuen Philharmonie Westfalen auf.

Während heiß diskutiert wird, wem diese Ehre zuteilwird, soll sich das Publikum natürlich nicht langweilen. Drum spielen die grandiosen Sieger des Vorjahres, Threepwood N’ Strings ihre gewinnträchtige Mischung aus Folk und Rock. Sind deren letzte Geigenstriche und Gitarrenriffs verklungen, wird es ernst – einer der acht Gewinneracts wird zum Contestkönig des zweiten Sparkassen-Clubraums gekrönt und darf natürlich den Abend mit einer zweiten Runde auf der Bühne beenden. Und die wird dann bitteschön abgerissen!

Download der Pressemitteilung als PDF: Sparkassen-Clubraum-Finale: Kopf-an-Kopf-Rocken