Wie viel ist richtig? Wie viel falsch? Egal ob im Restaurant, bei der Taxifahrt oder im Hotel: Die Gepflogenheiten in Sachen Trinkgeld sind von Land zu Land ziemlich unterschiedlich. Wie Sie immer den passenden Betrag wählen – Regeln, Tipps und ein Ländervergleich.

Fast jeder Deutsche hat sich im Ausland schon einmal gefragt: Wie viel Trinkgeld muss ich im Restaurant geben? Sollte ich beim Taxifahrer aufrunden? Bekommt der Kofferträger auch etwas – wenn ja wie viel? Kann der Obolus gar als Beleidigung aufgefasst werden? Und was, wenn das Essen nicht schmeckt und der Kellner unhöflich ist? Eine einheitliche Antwort gibt es nicht. Die Trinkgeldkultur ist von Nation zu Nation unterschiedlich.

Nette Geste oder Fauxpas

Während in vielen Ländern das finanzielle Dankeschön zum guten Ton gehört, gilt guter Service anderenorts als Selbstverständlichkeit. In Japan können Sie mit Trinkgeld den einheimischen Gastronomen ungewollt beleidigen. Griechen, Spanier oder Italiener hingegen erwarten es. Wer sich sicher sein will, bereitet sich vor der Reise mit den folgenden Trinkgeld-Regeln vor:

5 Regeln rund ums Trinkgeld im Ausland

 

Regel 1: Mit der guten alten „Zehn-Prozent-Regel“ sind Sie in Restaurants tendenziell auf der sicheren Seite.

Regel 2: Pflicht ist Trinkgeld nicht. Schlechter Service und schlechtes Essen müssen nicht honoriert werden. Ein unzufriedener Gast kann seine Kritik über das Trinkgeld höflich erklären.

Regel 3: Trinkgeld immer bar bezahlen. Zahlen Sie mit Kreditkarte, sollten Sie das Trinkgeld in bar zur Rechnung zu legen. So geht das Geld komplett an die Servicekraft.

Regel 4: Trinkgeld persönlich übergeben. In den meisten Ländern gilt es als unhöflich, das Trinkgeld auf dem Tisch liegenzulassen. Ein persönliches „Dankeschön“ sollten Sie auch persönlich übergeben.

Regel 5: Im Taxi wird in der Regel aufgerundet.

Andere Länder, andere Sitten:

 

Australien: Trinkgelder werden nicht erwartet, sind aber willkommen. Runden Sie einfach auf!

Arabischer Raum: Dem Kellner sollten Sie mehr als zehn Prozent der Rechnung geben. Auch beim Friseur wird hier ein „Bakschisch“ erwartet. Ein touristischer Busfahrer erhält in Ägypten umgerechnet etwa ein bis drei Euro Trinkgeld pro Tag und Person.

China: Trinkgelder sind eher unüblich – außer in Touristenzentren.

Großbritannien: Die Insel ist teuer. Das schlägt sich auch aufs Trinkgeld nieder. In Restaurants werden eher 15 Prozent erwartet. Der Kofferträger sollte ein Pfund bekommen. Im Taxi genügt es, den Betrag aufzurunden.

Mittelmeer: In den meisten Mittelmeerländern macht der Urlauber im Restaurant mit rund zehn Prozent Trinkgeld nichts falsch. Im Taxi runden Sie den Betrag einfach auf. In Italien ist „Coperto“ ein Betrag für Gedeck und Brot. Üblich und bereits im Preis enthalten. Deshalb ist ein Trinkgeld nicht zwingend, wird aber trotzdem erwartet. Wer nichts zusätzlich gibt, könnte als geizig gelten.

Frankreich: Wenn der Kellner trotz Trinkgeldansage das volle Rückgeld bringt, bedeutet das nicht, dass er das Geld nicht will. Lassen Sie den Zuschlag einfach auf dem Tisch zurück.

Skandinavien: Die Nordeuropäer sind bescheiden. Selbst das kleinste Trinkgeld ist ein Zeichen für zufriedene Gäste. Aber niemand erwartet dieses finanzielle Dankeschön. Würden Sie gern Ihre Anerkennung ausdrücken, sagen Sie einfach „Tack“, also Danke. Für alles. So oft wie möglich.

USA: Wer es sich in Amerika mit den Kellner nicht verscherzen will, sollte nie ein Restaurant verlassen, ohne ein Trinkgeld von 20 Prozent zu hinterlassen. Der Grund: Die Gehälter sind sehr niedrig und der Tip wird miteingeplant. Auch der Taxifahrer geht nicht leer aus: mit 15 Prozent der Fahrtkosten kann ein Ausflug schon mal teuer werden. Der Kofferträger freut sich über einen Dollar.